Bei einem Bergunfall kann der Hubschrauber meist nicht landen — der Hang ist zu steil, Geröll oder Schnee zu instabil. Stattdessen arbeitet die Crew mit einer Rettungswinde und einem 20 bis 90 Meter langen Tau.
- Stationärer Schwebeflug: Der Pilot bringt den Heli neben (nicht direkt über!) den Patienten. Direkt darüber wäre der Rotorabwind zu gefährlich für den Verletzten.
- Flugretter abseilen: Der ausgebildete Bergretter wird zum Patienten heruntergelassen, versorgt ihn und bereitet ihn für den Transport vor (Bergesack, Trage oder Rettungsschlinge).
- Warteschleife: In der Schwebe verbraucht der Heli sehr viel Treibstoff und der Pilot muss höchst konzentriert arbeiten. Deshalb fliegt er meist eine Warteschleife — oft talabwärts — bis der Retter „bereit" funkt.
- Zweiter Anflug: Erneuter Schwebeflug, Winde herunterlassen, Retter und Patient hochziehen.
- Ausflug: Talwärts beschleunigen — das gibt sofort Höhenreserve und Sicherheit.
Was es im Gebirge so schwierig macht: Der Wind ist nicht konstant! An der Luvseite (windzugewandt) gibt es Aufwinde, an der Leeseite dagegen tückische Abwinde und Walzen. In engen Tälern wird der Wind beschleunigt (Düseneffekt). Dazu kommen Wolken, die plötzlich die Sicht nehmen, und versteckte Hindernisse wie Seilbahnkabel.